Äs isch immer scho so gsey


Ein Projekt für eine Oberstufe Engelberg mit weniger Gewalt

Gewalt an Schulen, verbale und zum Teil auch körperliche Gewalt, ist seit geraumer Zeit ein grosses Thema. Dieses Phänomen ist auch in Engelberg präsent, was die Lehrpersonen der Oberstufe Engelberg als erste kurzfristige Massnahme dazu bewogen hat, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2008/09 eine Projektwoche und mehrere Projekttage zu dieser Thematik zu gestalten.

Ein Ziel war es, den Jugendlichen plausibel zu machen, dass nebst roher Gewalt auch andere Varianten zu einer erfolgreichen Konfliktlösung führen können. Es war und ist uns Lehrpersonen wichtig, den Jugendlichen aus verschiedenen Kulturen Möglichkeiten aufzuzeigen, offener und konstruktiver aufeinander zuzugehen. Wir übten, Probleme frühzeitig zu erkennen, und den Mut zu haben, diese auch anzusprechen. Die in der Projektwoche erarbeiteten und gemeinsam ausgestalteten Leitsätze sollten auch in den kommenden Schuljahren Gültigkeit haben.

Um dies zu erreichen, entschieden sich die Lehrpersonen der Oberstufe Engelberg, im von Radix Schweiz lancierten dreijährigen Projekt "Früherkennung / Frühintervention" mitzumachen und dem schweizerischen "Netzwerk gesundheitsfördernder Schulen" beizutreten. Gesundheitsfördernde Schulen gehen von ihren konkreten Gegebenheiten und ihren spezifischen Problemen und Anliegen aus und erstellen einen dreijährigen Massnahmenplan. Radix (lat. Wurzel, symbolisiert das Prinzip, Gesundheitsprobleme an den Ursachen anzugehen und Gesundheitsförderung in den bestehenden Strukturen zu verankern) unterstützt Schulen mit unterschiedlichen Dienstleistungen wie beispielsweise Fortbildungen, Coaching und auch finanziellen Mitteln bei der Erreichung ihrer Ziele. Zusammen mit einem grosszügigen Zustupf der Einwohnergemeinde Engelberg konnten wir nun nebst der eingangs erwähnten kurzfristigen Massnahme nachhaltigere Ideen entwickeln.

Für uns alle (Lehrpersonen und SchülerInnen) war klar, dass wir die ganze Thematik "Gewalt an Schulen, Gangbildung, Mobbing" auch weiterhin praxisorientiert angehen wollten. So entschieden wir uns nebst der Einführung von "Klassenrat" und "SchülerInnenrat" ein Musical zu entwickeln. Im Frühjahr begannen die SchülerInnen Texte zu entwickeln und Anfang Mai 2010 fand eine erste Musical-Probewoche in der Schulverlegung im Eigenthal statt.

Ab Montag, 7. Juni, beginnt die Musical-Projektwoche mit dem Höhepunkt der Musical-Aufführungen am Freitag/Samstag, 11./12. Juni 2010.

"Aes isch immer scho so gsey ("Es war immer schon so") wurde von den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe Engelberg von Null an gemeinsam entwickelt. Die Geschichte, die dabei entstanden ist, handelt von einer schlimmen Schule, an der zwei unterschiedliche Gruppen herrschen. Die Gruppe der Einheimischen, die traditionelle Musik liebt und Schnupftabak konsumiert, und die Gruppe der Cribs, welche lieber Hip-Hop hört und gerne raucht. Beide Gruppen sind verfeindet und es kommt immer wieder zu Zwischenfällen und Schlägereien, bis eines Tages ein Schüler schwer verletzt wird und Diego, der Anführer der Cribs, dafür ins Gefängnis kommt. Warum die beiden Gruppen verfeindet sind, weiss niemand mehr so genau - "äs isch immer scho so gsey". Die Geschichte beginnt, als Lucie, ein eher schüchternes Mädchen, neu an die Schule kommt. Sofort wird sie von einer Gruppe in Beschlag genommen und einer Gruppe zugeteilt. Als sich Lucie aber verliebt, sind die Probleme vorprogrammiert.

Eine SchülerInnenband und viele bekannte Lieder mit neuem Text geben dem Musical die nötige Würze. Traditionelle sowie moderne Instrumente, Body-Percussion, Tanz und verschiedene Soli werden im Musical gezeigt.